unerwartet hochbegabt

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Meine Geschichte

Wie Hochbegabung in unsere Familie kam.

Ich erzähle hier, wie das Wort Hochbegabung in unsere Familie kam. Nicht als Erfolgsgeschichte, sondern als Weg mit Umwegen. Vielleicht erkennst du ein Stück davon wieder.

Unser Anfang

Daskann nichtsein.

Bei uns hat niemand das Wort Hochbegabung ausgesprochen.

Es hat uns gefunden, auf Umwegen, durch eine Schultür, die wir lieber nicht aufgemacht hätten.

Die Schule beschrieb ein Kind, das oft aus dem Fenster schaut. Man dachte an eine Verzögerung in der Entwicklung. Nach einem Elterngespräch setzte sich mein Partner abends hin und tippte die Beobachtungen der Schule bei Google ein, eine nach der anderen. Egal, wonach er suchte, am Ende stand dasselbe Wort.

Meine erste Reaktion war: Das kann nicht sein. Ich steckte selbst noch tief in den Mythen. Hochbegabte Kinder, dachte ich, sind die, die schon mit vier lesen und in der Schule glänzen. Unser Kind glänzte nicht. Es schaute aus dem Fenster.

Heute weiß ich: Dieser Satz war kein Schlusspunkt. Er war der Anfang eines Weges. Ich hörte auf, ein Problem zu suchen, und begann, ein Kind zu sehen.

Buch „Vermutung Hochbegabung“ von Daniela Weck.

Aus dieser Zeit ist mein erstes Buch entstanden: „Vermutung Hochbegabung“.

Erstes Kapitel lesen →
Gelesen wird in der Karve Bryggja Wissensbibliothek

Du liest im Browser, auf jedem Gerät. 365 Tage Zugang, kein Abo. Kapitel 1 kostenlos.

„Meine Bibliothek“ am Laptop und eine Buchseite am Handy.

Sechs Jahre Niederlande

„Das sind Bilddenker“, sagte der Lehrer. Ganz selbstverständlich.

Die Entdeckerin sitzt am Kanal und schreibt im Abendlicht in ein Notizbuch.

Sechs Jahre haben wir in den Niederlanden gelebt. Unser Kind war in einer Plusklasse, wir haben drei Schulen kennengelernt und sehr viele Gespräche geführt.

In einem davon sagte ein Lehrer ganz selbstverständlich: „Das sind Bilddenker.“ Er meinte Kinder, die in inneren Bildern und Zusammenhängen denken. Für mich war das ein Wort, das es im Deutschen so kaum gibt: beelddenken. Und es gab noch mehr davon: top-down leren, erst das Ganze, dann die Teile. Ontwikkelingsvoorsprong, Entwicklungsvorsprung bei kleinen Kindern. Und creatief hoogbegaafd: Hochbegabung, die sich weniger in Noten zeigt als in eigenen Ideen und ungewöhnlichen Lösungswegen. Ein eigener Typ ist das nicht, eher ein Blick auf eine Seite der Begabung, die Schule leicht übersieht.

Ich erinnere mich an einen Moment zu Hause: Wenn unser Kind etwas erklären sollte, schloss es zuerst die Augen. Erst danach kamen die Worte.

Nicht alles hat dort funktioniert. „So richtig war das im Alltag dann nicht“, das gehört auch zur Wahrheit. Aber der Blick war ein anderer. Er hat mir geholfen, mein Kind nicht an dem zu messen, was es nicht tat, sondern an dem, wie es dachte.

Der Blick aus den Niederlanden und Belgien: Raum 06 beim Hochbegabungskompass →

Verdrahtet

Beim Lesen über mein Kind habe ich mich selbst wiedergefunden.

Ich kann mir Telefonnummern von vor dreißig Jahren merken, aber nicht, wo der Schlüssel liegt. Ich denke an fünf Dinge gleichzeitig und verliere dabei manchmal den Faden.

Manches, was jahrelang anders erklärt wurde, zu viel, zu schnell, zu empfindlich, ordnete sich neu. Das ist keine nachträgliche Diagnose. Es ist ein neuer Blick auf die eigene Geschichte. Und er hat mich gelassener gemacht, mit meinem Kind und mit mir.

Ein anderer Weg

Heute bin ich dankbar, dass wir für unsere Tochter einen anderen Weg gefunden haben. Es gibt bei uns eine Ruhe und Freiheit, die wir lange vermisst haben.

Das Wissen dahinter

Warum es den Hochbegabungskompass gibt.

Ich bin Begabungspädagogin geworden, weil ich verstehen wollte, was ich da erlebe. Auf Instagram kamen immer mehr Fragen von Eltern, die an genau denselben Stellen standen wie wir: Ist das Hochbegabung? Soll ich testen lassen? Was sage ich der Schule?

Eigentlich wollte ich ein Buch schreiben. Daraus wurde mehr: der Hochbegabungskompass mit zehn Themenräumen und kostenlosen Tests. Dazu Bücher, die dir Werkzeuge für den Alltag geben. Hier, bei unerwartet hochbegabt, erzähle ich weiter aus unserem Leben. Dort ordne ich ein.

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